Aktuelles

Pressemitteilung: Vier Einstein-Gastwissenschaftlerinnen beginnen ihre Arbeit am BIM

18.07.2018

Berlin (18.07.2018). Am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin werden ab diesem Sommer vier Einstein-Gastwissenschaftlerinnen ihre Arbeit aufnehmen, die alle zum Gegenstandsbereich Migration und Flucht forschen. Sie werden mit vier weiteren Einstein-Gastwissenschaftlerinnen kooperieren, welche angegliedert am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Research Institute Law and Society (IRI L&S) parallel zum Themenkomplex Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Autokratisierung arbeiten.

Alle vier Wissenschaftlerinnen werden im Rahmen des Programms „Wissenschaftsfreiheit“ der Einstein Stiftung Berlin für insgesamt 18 Monate gefördert. Ihre innovativen Forschungsvorhaben passen hervorragend zu den Forschungsfeldern des BIM.

In dem Projekt „New Wave in Berlin: Middle Class Turkish Migrants and Strategies of Distinction“ wird untersucht, wie sich eine neue Gruppe hochqualifizierter EinwandererInnen aus der Türkei zu den etablierten türkischen Communities im urbanen Raum Berlins in Beziehung setzt und wie vergangene Migrationsprozesse dabei die gegenseitige Wahrnehmung der beteiligten Akteure beeinflussen.

Ein verwandtes Thema wird in dem Projekt „Digital localities of new migrants from Turkey: Intimacy, affinity, and affective politics“ bearbeitet: Es werden digitale Strategien der Konstruktion von Intimität und „Heimat" türkischer Neu-EinwandererInnen in Deutschland untersucht.

Das Projekt mit dem Titel „Practices of Care. Refugee Solidarity Networks in Germany and Greece“ untersucht aus einer geschlechtertheoretischen sowie komparativen Perspektive, wie sich maskuline Subjektivitäten von Geflüchteten in und durch Praktiken der Vernetzung und Solidarität verändern.

Ein weiteres Projekt befasst sich aus geschlechtertheoretisch informierter Perspektive mit der Rolle von Erinnerung im Prozess der Migration. So fragt es etwa danach, wie die Erinnerungen von migrierten Frauen in zeitgenössischen Filmen dargestellt werden und ob die narrativen Strukturen dieser Darstellung herkömmliche Grenzziehungen zwischen dem Privaten und dem Öffentlichen in Frage stellen.

Pressekontakt
Dipl.-Pol. Damian Ghamlouche
d.ghamlouche@hu-berlin.de
Tel: +49 (0)30 616 43 106

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Nächste Veranstaltung

Save the Date: Internationale Konferenz "Living with Islamophobia"
11.10.2018 um 18:00

Der europaweite Erfolg rechtspopulistischer Parteien schlägt sich seit dem Einzug der AfD in den Bundestag in Deutschland in hitzigen Debatten um nationale Sicherheit und restriktive Migrations- und Asylpolitik nieder. Diskurse der "Unterwanderung" und "Überfremdung" stoßen auch jenseits des rechten Randes zunehmend auf Resonanz. Forderungen nach Grenzabschottungen, einer Obergrenze für Geflüchtete und vermehrten Abschiebungen werden begleitet von einer "Kulturkampf"-Rhetorik, die eine "Islamisierung des Abendlandes" behauptet.
Die Konferenz "Living with Islamophobia" rückt erstmals die Betroffenenperspektive ins Zentrum. Sie lenkt den Blick auf Rassifizierungsprozesse entlang von Kultur und Religion, auf Themen der Versicherheitlichung sowie die Rolle von Sexualität und Gender im antimuslimischen Rassismus – und fragt nach Strategien des Umgangs, der Erprobung von Gegennarrativen und Möglichkeiten des Empowerments.

Weitere Veranstaltungen

Info

Über das Institut

Herzlich willkommen auf der Internetpräsenz des Berliner Instituts für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin. Das BIM ist ein Interdisziplinäres Zentrum (IZ) der Humboldt-Universität zu Berlin.

Das BIM erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen und empirische Daten zur Versachlichung der Diskussion über Integrationsfragen in Europa und fragt danach, wie sich Integrations- und Migrationsprozesse in Deutschland und Europa bisher vollzogen haben und künftig entwickeln werden. Das BIM ist kooperativ angelegt und zielt auf eine breite Verankerung der Integrations- und Migrationsforschung in Berlin. Mit seiner Forschung leistet das BIM einen Erkenntnistransfer in Politik, Zivilgesellschaft und Medien.

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Postmigrantische Gesellschaft
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8270 Personen

wurden bundesweit und bundesländerspezifisch in der quantitativen Erhebung der JUNITED-Forschungsgruppe per Telefon zu Fragen der Narrationen des Deutschseins, Anerkennungs- und Ausgrenzungspraxen, Lebensstilen, Einstellungen gegenüber dem Islam und den Muslimen in Deutschland und sozio-demographischen Faktoren befragt.

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79Personen

von 24 Universitäten sind bisher Teil des KOSMOS-Sommer Universität Prozesses, der 2015 erstmals am BIM ausgerichtet wurde.

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1€-Job

100.000 solcher "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung" wurden im Rahmen des neuen Integrationsgesetzes geschaffen, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei Ablehnung der Maßnahmen drohen Leistungskürzungen und Sanktionen.

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2200

Übergriffe auf Geflüchtete und
deren Unterkünfte wurden laut Bundesinnenministerium
im Jahr 2017 verübt.

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