Amir Dziri / Bacem Dziri / Mohammad Gharaibeh (2026): "Canon and Censorship in Islamic Intellectual History: Introduction"
Der Beitrag Canon and Censorship in Islamic Intellectual History: Introduction stellt die programmatische Hinführung innerhalb des Open Access erschienenen Sammelbands „Canon and Censorship in Islamic Intellectual History (veröffentlicht bei De Gruyter Brill) dar. Verfasst wurde er von den Herausgebern des Bandes Amir Dziri (Université de Fribourg), Bacem Dziri sowie Mohammad Gharaibeh.
Seinen Ausgangspunkt nimmt er dabei, dass es in muslimischen Kulturen und Gesellschaften nicht die eine Institution gegeben habe, die normative Positionen festgelegt und einen bindenden Kanon etabliert habe. Stattdessen seien seit jeher gesetzmäßige Texte und Positionen unter anderem von Rechts- und theologischen Schulen unter Einbindung von Kommunikationsmitteln wie Predigten, öffentlichen Debatten oder Literatur kontinuierlich (neu) verhandelt worden. Neben denjenigen kanonischen Texten, die für nahezu alle Muslim:innen gälten (so wie der Koran) sei die Anerkennung von Texten, Vorstellungen und Personen als Autorität auf eine bestimmte Gruppe, Gemeinschaft oder Schule beschränkt geblieben. Hierbei von Bedeutung seien Prozesse der Kanonisierung und aber auch Zensur gewesen, mittels derer das Ziel der Autorisierung verfolgt worden sei.
Amir Dziri, Bacem Dziri und Mohammad Gharaibeh nähern sich den zentralen Aspekten des Sammelbands zunächst mit einer Klärung der Begriffe Kanon und Zensur. Anschließend stellen sie die konzeptionellen Zugänge zu Kanon und/oder Zensur unter anderem von Niklas Luhmann, Pierre Bourdieu und Judith Butler vor. Eine abrissartige Darstellung der Inhalte der einzelnen Aufsätze des Sammelbands schließt ihren Beitrag ab.
Amir Dziri, Bacem Dziri, Mohammad Gharaibeh: Canon and Censorship in Islamic Intellectual History: Introduction, in: Canon and Censorship in Islamic Intellectual History, Islam – Thought, Culture, and Society 16, hrsg. von Amir Dziri, Bacem Dziri und Mohammad Gharaibeh, Berlin/Boston: De Gruyter 2026, S. 1–14.