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Freiwilliges Engagement für Geflüchtete in den Kommunen: Förderstrukturen und bürokratische Hürden

Die zahlreichen Initiativen, Vereine und Organisationen, die sich freiwillig für und mit Geflüchteten engagieren, sind auch anderthalb Jahre nach dem „Sommer der Migration“ 2015 noch von entscheidender Bedeutung. Sie leisten nicht nur einen zentralen gesamtgesellschaftlichen Beitrag, indem sie in der Zivilgesellschaft das Selbstverständnis einer Einwanderungsgesellschaft etablieren, sie sind auch wichtige Akteure bei der Lösung logistischer und sozialer Herausforderungen in den Kommunen. Dabei übernehmen freiwillige Helfer_innen viele Aufgaben, für die staatliche Stellen zuständig wären [1].

Gleichzeitig lässt sich ein „Ausbau der staatlichen Engagementförderung im Bereich der Flüchtlingshilfe“ [2] beobachten, der sich unter anderem in der Auflage neuer Förderprogramme und Modellprojekte von Bund und Ländern zur niedrigschwelligen Unterstützung von Willkommensinitiativen niederschlägt. Aber auch Stiftungen, privatwirtschaftliche Akteure oder Wohlfahrtsverbände stellen vermehrt Fördermittel für das Engagement mit Geflüchteten zur Verfügung.

Die Studie untersucht die Entwicklung des freiwilligen Engagements in den Kommunen, mit einem besonderen Fokus auf die Bedarfe von und den Zugang zu verschiedenen Fördermittelstrukturen, auf die Initiativen in ihrer Arbeit mit Geflüchteten zurückgreifen (können). Darüber hinaus geht die Untersuchung der Frage nach, mit welchen bürokratischen Hürden die Engagierten in ihrer Zusammenarbeit mit den Kommunalverwaltungen konfrontiert sind. Im Rahmen der Studie werden qualitative und quantitative Erhebungen in den Bundesländern Bayern, Thüringen, Berlin und Niedersachsen durchgeführt.

Die Erhebungen schließen an die Studie „Koordinationsmodelle und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen“ [3] an, in der unter anderem neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Verwaltungen und ehrenamtlichen Initiativen untersucht wurden und bilden damit die Herausbildung von Strukturen und Herausforderungen des Engagements im Zeitverlauf ab.

 

1 Serhat Karakayali/ Olaf Kleist (2015): Strukturen und Motive der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit in Deutschland. 1. Forschungsbericht: Ergebnisse einer explorativen Umfrage vom November/Dezember 2014. Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung und Humboldt-Universität zu Berlin.

2 Silke van Dyk/ Elène Misbach (2016): „Zur politischen Ökonomie des Helfens. Flüchtlingspolitik und Engagement im flexiblen Kapitalismus“; in: PROKLA 183. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, 46. Jg. Nr. 2, S. 205-228.

3 Ulrike Hamann/ Serhat Karakayali/ Mira Wallis/ Leif Höfler (2016): Erhebung zu Koordinationsmodellen und Herausforderungen ehrenamtlicher Flüchtlingshilfe in den Kommunen. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.

Laufzeit

01/2017 - 08/2017

Personen

Dr. Serhat Karakayali

Dr. Serhat Karakayali

Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik", Projektleiter ZOMiDi

Tel: +49 (0)30 2093-46262 / +49 (0) 2093-46248
serhat.karakayali@hu-berlin.de

Dr. Ulrike Hamann

Dr. Ulrike Hamann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung "wissenschaftliche Grundfragen"

Tel: + 49 (0)30 2093-66614
ulrike.hamann@sowi.hu-berlin.de

M.A. Mira Wallis

M.A. Mira Wallis

Assoziiertes Mitglied des BIM

Leif Jannis Höfler

Ehemalige studentische Hilfskraft in der Abteilung "Wissenschaftliche Grundfragen"

Susanna Jorek

Susanna Jorek

Ehemalige studentische Hilfskraft im BIM-Projekt "Bürgerschaftliches kommunales Engagement für Geflüchtete"

Publikationen