Projekte

Migration und Logistik - Teilprojekt b. Digitalisierung und selbstorganisierte migrantische Logistik

1€-Job

100.000 solcher "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung" wurden im Rahmen des neuen Integrationsgesetzes geschaffen, um Geflüchtete in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Bei Ablehnung der Maßnahmen drohen Leistungskürzungen und Sanktionen.

Neue digitale Technologien spielen eine zentrale Rolle für logistische Entwicklungen, erleichtern sie doch Prozesse der Organisation und Effizienzsteigerung. Dies gilt auch für das Feld der Migration, und zwar nicht nur für durch Unternehmen und Staaten initiierte Prozesse des Regierens, Kontrollierens und Steuerns von Migrationsströmen, sondern auch für die (Selbst-)Organisierung der Prozesse von Flucht und Ankommen durch Geflüchtete selbst. Insbesondere dem Smartphone kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Während in aktuellen medialen Debatten der Besitz von Smartphones häufig Anlass für das Schüren von Ressentiments gegen Flüchtlinge war, sind explizite und implizite Aneignungsprozesse von mobilen Medien während der Flucht in Erfahrungsberichten und den wenigen bestehenden wissenschaftlichen Arbeiten erwiesen: Das Smartphone fungiert als mobiler Fluchthelfer mit höchst differenzierten und individuellen Nutzungsmustern. Seine Funktionen im Bereich der Navigation, Übersetzung, Kommunikation mit Heimat- und Ankunftsland, Informationsbeschaffung etc. sind mittlerweile unverzichtbar für transnationale Prozesse der Migration. In diesem Teilprojekt soll die Rolle von mobilen und sozialen Medien als Selbstermächtigungsinstrument für Geflüchtete untersucht werden. In einem ersten Schritt werden ca. 15 qualitative Interviews zur Mediennutzung mit Geflüchteten durchgeführt, um die spezifischen  Nutzungsmuster im Fluchtprozess herauszuarbeiten. Hierbei werden auch die bisherigen Mediennutzungsgewohnheiten aus den Ursprungsländern berücksichtigt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nutzung nach der Ankunft in Deutschland. In einem zweiten Schritt wird darauf aufbauend ein quantitativer Fragebogen erstellt, der an ca. 3- 500 Befragten in Notunterkünften und Erstaufnahmerichtungen verteilt wird.  

Laufzeit

05/2016 - 12/2016

Personen

Mag. Stephan Oliver Görland

Mag. Stephan Oliver Görland

Assoziierter im BIM-Fluchtcluster "Solidarität im Wandel?"

Tel: +49 (0)30 2093-70854
stephan.goerland@hu-berlin.de

Dr. Sina Arnold

Dr. Sina Arnold

Ehemalige Wissenschaftliche Geschäftsführerin / Mitarbeiterin (Post-Doc) der Abteilung "Integration, soziale Netzwerke und kulturelle Lebensstile"

Tel: (+49) 30 2093 - 46262 / - 70854
sina.arnold@hu-berlin.de