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Wissenschaftliche Begleitung des DOSB-Bundesprogramms „Integration durch Sport“: Forschung - Dialog - Beratung

Der Kontext

Das Bundesprogramm „Integration durch Sport" (IdS) des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) blickt mittlerweile auf eine mehr als 25-jährige Geschichte zurück. Gefördert durch das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wird das Programm durch die beteiligten Landessportbünde getragen und in Landes- und Regionalkoordinationen eigenverantwortlich umgesetzt. Auf diesem Weg berät und unterstützt das IdS-Programm Sportvereine, deren Netzwerkpartner und freiwillig Engagierte an der Basis bei ihrer alltäglichen Integrationsarbeit in konzeptioneller, planerischer und organisatorischer Hinsicht.

Im Zuge der letzten Jahrzehnte und des damit einhergehenden gesellschaftlichen Wandels hat das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ immer wieder strukturelle Veränderungen, konzeptionelle Re-Formulierungen und praxisorientierte Weiterentwicklungen erfahren. Dabei haben die involvierten Sportverbände gesellschaftspolitische und sportverbandliche Reformprozesse im Hinblick auf das politikfeldübergreifende Querschnittsthema „Integration und Migration in Deutschland“ aufgenommen und im Rahmen ihrer Ordnungs-, Programm- und Dienstleistungsfunktion für die Stützpunkte als integrationspolitische Akteure vor Ort sukzessive ver- und bearbeitet. Diese stetig mitlaufende inhaltliche Arbeit gilt es ebenso näher zu beleuchten wie die sportbezogene Integrationsarbeit.

Konzept der wissenschaftlichen Begleitung

Das Konzept der wissenschaftlichen Begleitung, die im Zeitraum von 2014 bis 2017 unter Leitung von Prof. Dr. Sebastian Braun an der Humboldt-Universität zu Berlin im Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) und in der Abteilung Sportsoziologie am Institut für Sportwissenschaft durchgeführt wird, ist prozessorientiert angelegt und umfasst drei Zugänge, die eng miteinander verzahnt sind, sich zu analytischen Zwecken aber unterteilen lassen in Forschung, Dialog und Beratung:

Im Rahmen der Forschung wird das Programm durch die Aufbereitung und Auswertung des programminternen Formularwesens als zentraler empirischer Datenbasis der wissenschaftlichen Begleitung beschrieben und gedeutet. Darüber hinaus werden empirische Erkenntnisse aus anderen wissenschaftlichen Studien wie etwa dem Sportentwicklungsbericht und speziell früheren Evaluationsstudien zum IdS-Programm herangezogen.

Im Dialog mit den Programmakteuren/innen werden einerseits  Erkenntnisse der Datenauswertungen z.B. auf Tagungen und Treffen der Programmbeteiligten bereitgestellt und diskutiert. Andererseits werden Bedarfe nach handlungsrelevantem Wissen der beteiligten Akteure erfasst. Auf diese Weise werden Einschätzungen gewonnen, die tiefergehende Einblicke in die Praxis der Programmarbeit eröffnen. Zugleich kann die wissenschaftliche Begleitung dabei unterstützen, diese Expertise zu systematisieren, zu ordnen und konzeptionell rückzubinden, womit wiederum Orientierungshilfen für künftiges Handeln zur Verfügung steht.

Im Kontext der Beratung werden die beteiligten Akteure bei der Auslotung von Entwicklungspotenzialen und der Bewertung von Handlungsstrategien zur Ausgestaltung des Programms unterstützt. Diese Beratungsleistungen erfolgen insofern bedarfsorientiert, als davon ausgegangen wird, dass einzelne Akteure wie auch soziale Systeme nur dann beratungsoffen sind, wenn von ihnen selbst spezifische Problemlagen identifiziert werden, sie nach alternativen Handlungsoptionen suchen und insofern für externe Beratung responsiv sind.

Bei den drei Zugängen werden Programmentwicklungen berücksichtigt, indem in retrospektiver Perspektive Erkenntnisse (wissenschaftliche Ergebnisse, zeitdiagnostische Beobachtungen, gesellschaftliche Debatten) aus der langjährigen Geschichte des Programms einfließen. Auf diese Weise bleibt die Beschreibung, Deutung und Bewertung aktueller Programmkonstellationen in die verbands- und gesellschaftspolitische Genese des IdS-Programms eingebettet. Zugleich werden diese Erkenntnisse auch in prospektiver Hinsicht genutzt, insofern als Handlungsempfehlungen im Kontext zu erwartender Pfadabhängigkeiten des IdS-Programms diskutiert werden.

Mehr zum Bundesprogramm unter integration.dosb.de

Laufzeit

04/2014 - 12/2017

Personen

Prof. Dr. Sebastian Braun

Prof. Dr. Sebastian Braun

Leiter der Abteilung "Integration, Sport und Fußball"; Professor für Sportsoziologie, HU Berlin

Tel: +49 (0)30 2093-46022
Fax: +49 (0)30 2093-46110
braun@hu-berlin.de

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