Humboldt-Universität zu Berlin - Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)

„Warum die AfD keine Alternative ist –  Populismus als Symptom und Ursache ökonomischer Krisen“
Chi Hyun Kim, HU Berlin. Foto privat
Humboldt-Universität zu Berlin | Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) | Aktuelles | News | „Warum die AfD keine Alternative ist – Populismus als Symptom und Ursache ökonomischer Krisen“

„Warum die AfD keine Alternative ist – Populismus als Symptom und Ursache ökonomischer Krisen“

In der zweiten Ausgabe von BIM Spotlight analysieren Sulin Sardoschau, Chi Hyun Kim (s. Foto), Johanna Krenz und Felix Kersting den Kreislauf von Populismus und ökonomischen Krisen. / In the second issue of BIM Spotlight, Sulin Sardoschau, Chi Hyun Kim (s. photo), Johanna Krenz and Felix Kersting analyse the cycle of populism and economic crises.



BIM Spotlight ist ein kurzes, policy-orientiertes Format für ein breites, nicht-akademisches Publikum. Es greift aktuelle Debatten und Forschungsergebnisse pointiert auf und erscheint möglichst im monatlichen Rhythmus, ergänzt um anlassbezogene Ausgaben.
//
BIM Spotlight is a short, policy-facing format for a broad, non-academic audience. It picks up current debates and research findings in a pointed way and appears on a roughly monthly cadence, complemented by ad-hoc issues tied to current events.


 

2026


 

#02
September 2026

Sardoschau, S., Hyun Kim, C., Krenz, J., Kesting, F. (2026) 
„Warum die AfD keine Alternative ist –  Populismus als Symptom und Ursache ökonomischer Krisen“
BIM Spotlight #2
>PDF

Key Points 🖉

1) Ob ökonomische Krisen radikalisieren, entscheidet sich historisch je nachdem, wen ein Schock trifft und welches Deutungsangebot bereitsteht: Arbeitslosigkeit nützte in Weimar der KPD, der Bankenschock von 1931 der NSDAP vor allem dort, wo Antisemitismus verankert war.
—     Fiskal- und Geldpolitik wirken: Austerität erhöht die Stimmenanteile radikaler Parteien, Sozialausgaben senken sie; politisch ausschlaggebend ist nicht die Inflationsrate, sondern der reale Kaufkraftverlust.
2) Populistische Parteien an der Macht lösen ökonomische Probleme aus: Wirtschaftswachstum geht zurück, Inflation und Staatsverschuldung steigen; ein durchgehendes Begleitmerkmal ist die Entwertung von demokratischen Institutionen. 
3) In der Migration zählt die Form der Begegnung, nicht die Zahl. Exposition ohne Kontakt erhöht die rechte Wahl, dauerhafter und gleichberechtigter Kontakt senkt sie; Status- und Identitätsmotive wiegen häufig schwerer als Arbeitsmarktkonkurrenz.
4) Die Befunde fügen sich zu Rückkopplungsschleifen: Populismus ist nicht nur Symptom ökonomischer Krisen, sondern auch deren Ursache.


#01
August 2026

Kubiak, D. (2026) 
„Schicksalswahlen treffen Menschen in Sachsen-Anhalt unterschiedlich“
BIM Spotlight #1
>PDF

Key Points 🖉

(1) Sachsen-Anhalt ist trotz anhaltender Abwanderung und vergleichsweise geringer Zuwanderung längst eine Migrationsgesellschaft mit spezifisch ostdeutschen Entwicklungsbedingungen, die nachhaltige Anpassungen in Bildung, Verwaltung und Politik erfordern.
(2) Zivilgesellschaftliche Akteur:innen verfügen über wichtige Kompetenzen im Umgang mit migrationsbezogenen und gesellschaftlichen Konflikten, die stärker anerkannt und gefördert werden sollten.
(3) Gerade im Vorfeld der Landtagswahl 2026 ist ein differenzierter Blick auf Migration und räumliche Entwicklungen notwendig, um Polarisierung und Abwertungen entgegenzuwirken und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, der durch den harten Wahlkampf geschwächt wird.