Abteilungen

Ökonomische Migrations- und Integrationsforschung

Die Abteilung untersucht aus mikro- und makroökonomischer Perspektive globale und europäische Migrationsprozesse, Aspekte der wirtschaftlichen Integration und Folgen der Migration.

Neue Muster der Migration

Mit der Senkung von Transport- und Kommunikationskosten, aber auch den zunehmenden politischen und ethnischen Konflikten haben sich die Muster der Migration und quantitativ und qualitativ verändert. So sind aus einer Makroperspektive eine immer höhere Volatilität und geringere räumliche Stabilität von Migrationsströmen zu beobachten, die sich aus einer Mikroperspektive in einer Zunahme der Häufigkeit von Migrationsepisoden im Lebensverlauf und von transnationalen Biografien spiegeln. Auch sind mit Gewalt, Verfolgung und Vertreibung neue Migrationswege und –muster entstanden, die noch unzureichend erforscht sind. Vor diesem Hintergrund untersucht die Abteilung mit Makrodaten und mikroökonomischen Datensätzen wie der IAB-SOEP-Migrationsstichprobe und der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten und unter Verwendung neuer ökonometrischer Verfahren die quantitativen und qualitativen Veränderungen von Migrationsmustern und –prozessen.

Die wirtschaftliche Integration von Migrantinnen und Migranten

Gemeinsam mit der Abteilung „Arbeitsmarkt, Migration und Integration“ untersucht die Abteilung verschiedene Aspekte der wirtschaftlichen Integration und Teilhabe von Migrantinnen und Migranten, wobei eine Reihe von abteilungsübergreifenden Projekten und Aktivitäten verfolgt werden. Vor allem auf der Grundlage von Mikrodaten werden die institutionellen, qualifikatorischen und arbeitsmarktpolitischen Vorrausetzungen für die Integration, die Ursachen der Segmentierung von Arbeitsmärkten nach nationaler oder ethnischer Herkunft und die Rolle von Netzwerken für die wirtschaftliche Integration analysiert. Dabei werden auch genderspezifische Ungleichheiten behandelt. Einen Schwerpunkt der Forschung bildet die Untersuchung der Hürden für die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt auf Grundlage der IAB-BAMF-SOEP-Befragung.

Wirtschaftliche Effekte der Migration und Integration

Migration beeinflusst nicht nur die Arbeitsmärkte in den Ziel- und Herkunftsländern, sondern zieht auch Folgen für Investitionen in Sach- und Humankapital, Produktivität und Wachstum sowie das Steuer- und Transfersystem der öffentlichen Haushalte und Sozialversicherungssysteme nach sich. Dies beeinflusst wiederum die gesamtwirtschaftliche Produktion und die Verteilung von Einkommen und Beschäftigungschancen. Die Abteilung untersucht ausgewählte Aspekte dieser Prozesse auf der Grundlage von Makro- und Mikrodaten.

Evidenzbasierte Beratung von Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft

Die Abteilung verfolgt das Ziel, auf Grundlage der gewonnen Erkenntnisse Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft evidenzbasiert zu informieren und beraten. Dabei verfolgt sie einen interaktiven Ansatz: Die Akteure in Politik, Öffentlichkeit und Zivilgesellschaft sind nicht nur Adressat der Beratung und Information, sondern werden auch in die Generierung von gesellschaftlich relevanten Forschungsfragen mit einbezogen.

Personen

Prof. Dr. Herbert Brücker

Prof. Dr. Herbert Brücker

Leiter der Abteilung "Ökonomische Migrations- und Integrationsforschung"; Vertretungsprofessor Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der HU Berlin

Publikationen