Humboldt-Universität zu Berlin - Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)

Night Spaces: Migration, Culture and Integration in Europe (NITE)

Laufzeit: 04/2019 - 04/2022; Abteilung: Social Networks and Cultural Lifestyles


 

Wie werden Nachträume von migrantisierten Communties in Europa imaginiert, produziert, erlebt und erzählt? Am Beispiel der migrantisierten Plattform Arbeit geht das Teilprojekt in Berlin dieser Frage nach und untersucht, wie sich die Berliner Nacht durch die Plattformarbeit  transformiert und welche neuen sozialen Figuren und Arbeitskulturen diese produziert.

 


Das Forschungsprojekt mit dem Titel Night Spaces: migration, culture and integration in Europe (NITE)  ist  in acht europäischen Städten, Aarhus, Amsterdam, Berlin, Cork, Galway, Lissabon, London und Rotterdam, angesiedelt und beschäftigt sich aus verschiedenen Perspektiven damit wie migrantisierte Communities in Europa die Nacht erleben.

Das Berliner Unterprojekt unter der Leitung von Professor Manuela Bojadzijev, und mit der Unterstützung von Laura-Solmaz Litschel, die zu der Thematik promoviert, untersucht am Beispiel der migrantisierten Plattform Arbeit und ihrer nächtlichen Arbeitskultur, wie sich die Berliner Nacht durch die Digitalisierung transformiert. 

Berlin entwickelt sich rasch zu einer sogenannten "Smart City". Wie in vielen anderen städtischen Zentren in ganz Europa hat dieser Übergang dramatische Auswirkungen auf die Konvergenz digitaler Infrastrukturen mit dem physischen Raum. Das Verständnis des "digitalen Wandels" ist daher von grundlegender Bedeutung, wenn das Verschwimmen von Tag und Nacht in Bezug auf die Arbeitskulturforschung in Betracht gezogen wird. In neuen Formen algorithmisch organisierter Arbeit beobachten wir die Entstehung neuer sozialer Figuren: Den Plattformarbeiter*innen, die in rasantem Tempo durch die Smarte Stadt rasen, digital mobilisiert für den Einsatz auf der so genannten "letzten Meile" der Paket- und Lieferdienste, aber auch in der Wartung der Smarten Stadt aktiv (wie beispielsweise Escooter Auflader:innen, sogenannte Juicer:innen). Diese Plattformarbeiter:innen, reguliert und kontrolliert von verschiedenen digitalen Plattformen, die darauf abzielen, unsere veränderten Konsumgewohnheiten zu bedienen, welche treffend auch als "Convenience Economy" bezeichnet werden, stehen im Fokus der Forschung. Während die Arbeiter*innen, die Magie der “Lieferung in 10 Minuten” wahr werden lassen, bleiben sie in den Erzählungen der "Smarten Stadt" weitgehend unsichtbar. Das Berliner Unterprojekt untersucht, am Beispiel digital-organisierter Plattformarbeit, wie sich die Stadtnacht durch den Wandel zur Smart City transformiert und inwiefern diese „digitalisierte Nacht“ neue Praxen der Mobilität befördert. Es möchte die Geschichte der smarten Stadt aus einer anderen Perspektive erzählen: Am Beispiel der digital-organisierten, oft migrantisierten, Plattformarbeiter:innen, die besonders davon betroffen sind wie sich die Berliner Nacht durch die Digitalisierung transformiert. 


 

Finanziert durch das Humanities in the European Research Area (HERA)-Programm und das Bundesministerium für Bildung und Forschung. In Kooperation mit Dr. Sara Brandellero (Leiden University), Prof. Ben Campkin (University College London), Dr. Derek Pardue (Aarhus University) und Dr. Ailbhe Kenny (University of Limerick). Weitere Teammitglieder: Serger Kersbergen, Alessio Koliulis,  Katherine Young, Kamila Krakowska, Lo Marshall, Jola Zych, Jordan Rowe.
Nichtwissenschaftliche Kooperationspartner: Mirik Milan.

 


 

Projektmitglieder aus der Abteilung am BIM: Manuela Bojadzijev und Laura-Solmaz Litschel unterstützt von der studentischen Hilfskraft Jola Zych. 

Link zur Website: https://www.nightspace.net/ 

Link zur letzten Publikation: http://www.urbanpamphleteer.org/reimagining-the-night