Humboldt-Universität zu Berlin - Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM)

Digitalisierung von Arbeit und Migration

Laufzeit: 05/2018 - 07/2022; Abteilung: Integration, soziale Netzwerke und kulturelle Lebensstile

Digitale Technologien verändern nicht nur die Welt der Arbeit, sondern auch Mobilität und Migration. Das Projekt “Digitalisierung von Arbeit und Migration” untersucht die Reorganisation von Arbeit durch digitale Plattformen und wie sich mit ihr auch Formen, Praktiken und Konzepte von Arbeitsmigration wandeln.


Plattformen bilden eine zentrale Infrastruktur dieser gegenwärtig zu beobachtenden Transformation. Von Taxidiensten wie Uber oder Lieferdiensten wie Deliveroo bis hin zu dem Portal Helpling zur Vermittlung von Reinigungskräften sind in den letzten Jahren Plattformen für fast jede Art von Arbeit entstanden und es gibt kaum einen Bereich gesellschaftlicher Arbeitsteilung und alltäglicher Lebensweise, in dem digitale Plattformen keine Rolle mehr spielen. Wir untersuchen zwei exemplarische Felder der Plattformarbeit: die zunehmend global verteilte, digitale Arbeit auf Crowdwork-Plattformen (in Deutschland und Rumänien) und die Arbeit auf der so genannten letzten Meile des digitalisierten Liefer- und Versandhandels (in Berlin). Beide Varianten der Plattformarbeit zeichnen sich durch algorithmisches Management, eine bedarfsorientierte und temporäre Allokation von Arbeitskraft sowie flexibilisierte Vertrags- und Lohnformen aus. 

Hier entstehen nicht nur neue und heterogene Arbeitsverhältnisse. Sie verbinden sich stets auf verschiedene Weise mit alten und neuen Praktiken und Formen temporärer und flexibler Mobilität. So wird Plattformarbeit in unseren Forschungsfeldern in hohem Maße von migrantischen Arbeitenden ausgeübt. Gleichzeitig lassen sich neue Dimensionen “virtueller” Migration beobachten, bei denen die Arbeitskraft der Arbeitenden migriert, während die Arbeiter*innen selbst in ihren Heimatländern verweilen (Aneesh). Unser Projekt konzeptualisiert diese empirischen, theoretischen und gesellschaftspolitischen Implikationen von Arbeit und Migration unter digitalen Bedingungen.


Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG, Projekttitel: Digitalisierung der Arbeit: Konfigurationen realer und virtueller Migration, Laufzeit 2018-2022) gefördert. Das Team besteht aus Prof. Manuela Bojadžijev (Leitung), Dr. Moritz Altenried (Post-Doc), Mira Wallis (PhD), Daniel Jarczyk (SHK) sowie Felix Busch-Geertsema (ehemals SHK).

Mehr Informationen auf der Projektwebsite unter: www.platform-mobilities.net.