Abteilungen

Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik

Die Abteilung „Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik“ arbeitet theoretische Integrationsforschung im sozialwissenschaftlichen Feld auf und analysiert internationale Integrationskonzepte und Integrationspolitiken in heterogenen Gesellschaften vergleichend und untersucht die politischen Wirkungen auf die Gesamtgesellschaft.

Dabei liegt der Fokus auf gesellschaftspolitischen Entwicklungen in heterogenen Migrationsgesellschaften. Der Wandel von gesellschaftlichen Strukturen, die demografische Entwicklung und die Veränderung tradierter Werte- und Normenstrukturen sowie identitärer Bezugspunkte stellen die Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Da einzelnen Einwanderungsgesellschaften den anstehenden Herausforderungen unterschiedlich begegnen, haben sich in vielen Ländern divergierende Umgangsstrategien herausgebildet. Diese werden mit Bezug auf die deutsche Gesellschaftspolitik untersucht werden.

Gesellschaftspolitik wird hier als eine analytische Kategorie verstanden, die verschiedene Maßnahmen unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure umfasst, die auf die Verwirklichung einer nach bestimmten Werten und Normen organisierten Gesellschaft und einer spezifischen Ordnung abzielen. Gesellschaftspolitik kann daher in den Dimensionen Politiken und Strukturen, Wissenspraxen, Werte- und Normen, oder Diskurse analysiert werden.

Gesellschaftspolitische Debatten um KERN-Identitäten – hier gemeint als kulturelle, ethnische, religiöse und nationale Identitäten - beeinflussen sowohl die Integrationsforschung als auch die Integrationspolitik und werden somit ebenfalls international vergleichend beforscht. Hier wird auf das Konzept der Hybridität als Forschungs- und Lehrbasis aufgebaut.

Ein Fokus der Abteilung liegt auf der Untersuchung des Wandels des Integrationsbegriffes in der Integrationsforschung in Deutschland: Während Wissenschaft und Politik im Integrationsdiskurs jahrzehntelang vor allem Migranten im Blick hatten, ist in beiden Feldern zunehmend ein Paradigmenwandel zu beobachten, der über diese Zielgruppe hinweg, die Migrationsgesellschaft als sich veränderndes gesellschaftliches Gesamtsystem in den Blick nimmt, in welchem Migranten und deren Nachkommen nur ein Subelement von vielen darstellen. In Anbetracht dieser Entwicklung sollen postmigrantische Konstellationen, Perspektiven und Gesellschaftskonzepte – also jenseits der Fokussierung auf Migranten - im Fokus der Forschung stehen, wobei folgende Themenfelder eine wesentliche Rolle spielen:

Postmigrantische Allianzbildungen, Anerkennungs- und Abwertungsdynamiken, Religion (Islam und Muslime), Minderheiten und Identitäten.

Ein zentrales Ziel der Abteilung ist dabei die postmigrantische Theoriebildung: Die bisherigen inhaltlichen Arbeiten im Themenfeld Hybridität und kulturellen, ethnischen, religiösen und nationalen Narrative (HEYMAT und JUNITED) mündeten in einem neuen theoretischen Feld, nämlich der Thematik der postmigrantischen Gesellschaft.

Postmigrantisch steht jedoch nicht für einen Prozess der beendeten Migration, sondern für eine Analyseperspektive, die sich mit den Konflikten, Identitätsbildungsprozessen, sozialen und politischen Transformationen auseinander setzt, die nach erfolgter Migration einsetzen und die jenseits von Migranten die Einwanderungsgesellschaft auf Basis einer Haltung und Position zur Heterogenität und Ambiguität untersuchen. „Postmigrantisch“ richtet also den Blick auf die Gestaltung der Gesellschaft nach erfolgter Einwanderung.

Forschungsgegenstände sind die Wissenschaftspraxis (Wissensfelder, Forschungsdesigns, wissenschaftliche Erkenntnisproduktionen), politische Akteure und Strukturen (Policies, Programme, politische Prozesse), zivilgesellschaftliche Akteure und Strukturen (NGO, MSO, Aktivisten, hybride Lebenspraxen) und mediale Akteure und Strukturen (mediale Diskurse und Debatten, mediale Repräsentationen).

Die Abteilung hat im Frühjahr 2021 eine BMBF-Förderzusage für das Projekt D:Islam erhalten. Die Projektseite finden Sie hier: D:Islam.

Eine ausführliche Linksammlung zu den Untersuchungsgebieten Islam, Muslime, Islamfeindlichkeit in Deutschland, finden Sie hier: http://junited.hu-berlin.de/links

Und zum erweiterten Themenfeld Integration, Migration hier: http://www.heymat.hu-berlin.de/links

Personen

Prof. Dr. Naika Foroutan

Prof. Dr. Naika Foroutan

Direktorin, Leiterin der Abteilung "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik"

Tel: +49 (0)30 2093-46255
bim.direktorium@hu-berlin.de

Dr. Özgür Özvatan

Dr. Özgür Özvatan

Stellvertretender Leiter der Abteilungen "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik" und "Wissenschaftliche Grundfragen zu Integration und Migration"

Tel: 030-2093-46027
oezguer.oezvatan@hu-berlin.de

Katarina Stjepandic

Katarina Stjepandic

Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik"

Daniel Kubiak

Daniel Kubiak

Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Post-Doc) im Projekt: Neuaushandlung lokaler Ordnungen: Migrationsinduzierte Vielfalt, Intergruppenbeziehungen, Konflikte und Integrationsdynamiken im Stadtteil

Verena Schubert

Sekretariat, Büroorganisation

Tel: +49 (0)30 2093-46255
bim.direktorium@hu-berlin.de

Nina Bühler

Nina Bühler

Studentische Mitarbeiterin von Prof. Dr. Naika Foroutan

Gian Mecheril

Studentischer Mitarbeiter von Prof. Dr. Naika Foroutan

Yvonne Albrecht


Yvonne Albrecht


Gastwissenschaftlerin am BIM und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung "Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik"

Emeti Morkoyun

Emeti Morkoyun

Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik

Projekte

Publikationen