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Next Frontier Debate: Refugees with Résumés. Aufnahme und Integration geflüchteter Menschen in Deutschland und Europa

01.11.2017 um 18:00

In den letzten Jahren ist die Zahl der Menschen, die in Europa Asyl suchen, stark gestiegen. 2015 erreichte der Zuzug von Geflüchteten seinen Höhepunkt. Seither wird intensiv über die Frage diskutiert, wie die Geflüchteten dauerhaft in die Empfängergesellschaft integriert werden können. Als zentrales Instrument gilt neben dem Erlernen der Landessprache die Integration in den Arbeitsmarkt.

Doch welche Beschäftigungsaussichten haben Geflüchtete eigentlich? Sind sie die Lösung für die deutsche Wirtschaft, welche seit Jahren den Fachkräftemangel beklagt? Welche Branchen suchen Geflüchtete als Arbeitskräfte? Wo liegen die Vorteile, wo die Probleme für die Betriebe? Welche Chancen und Hindernisse stellen sich geflüchteten Menschen bei der Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit in Deutschland? Kann der Arbeitsmarkt überhaupt die Aufgabe der Integration leisten?

Die Next Frontier Debate nimmt die aktuellen Diskussionen zum Anlass, die Erkenntnisse der wissenschaftlichen Migrationsforschung zur Arbeitsmarktintegration Geflüchteter der Öffentlichkeit vorzustellen. Ausgehend von den individuellen Bildungshintergründen und Erwerbsbiografien, aber auch den Anforderungen und Gegebenheiten des deutschen Arbeitsmarktes sowie der Leistungsfähigkeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Hilfsangebote trifft die Forschung Aussagen zu den Integrationsaussichten Geflüchteter in Deutschland. Dabei richtet sie auch den Blick auf die Empfängergesellschaft als Ganzes und die Effekte der Zuwanderung auf diese.

Die Podiumsdiskussion bringt Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Fachrichtungen zusammen, um der Komplexität des Themas gerecht zu werden. Dieser Ansatz zeichnet auch das transdisziplinäre Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) der Humboldt-Universität zu Berlin aus, an dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Dynamiken von Migration, Integration, In- und Exklusion in postmigrantischen Gesellschaften erforschen. Eine Verzahnung von empirischer Grundlagenforschung mit Theorien der Migrations- und Integrationsforschung soll dabei zu einer kritischen Reflexion und Versachlichung der etablierten Diskurse um die Themen Einwanderung, Zugehörigkeit, Diskriminierung und Rassismus beitragen.

Die Next Frontier Debate bietet einen Einblick in aktuelle Fragen und Ergebnisse der Forschung, erörtert notwendige Maßnahmen und zeigt mögliche Lösungen auf. Sie fokussiert auf die deutsche Situation, richtet den Blick aber auch in andere europäische Länder. Es diskutieren die BIM-Mitglieder Prof. Dr. Herbert Brücker, Gastprofessor für Ökonomische Migrations- und Integrationsforschung der Humboldt-Universität zu Berlin, und Dr. Serhat Karakayali, Post-Doc am Lehrbereich „Diversity and Social Conflict“ der Humboldt-Universität zu Berlin, mit Dr. Nadzeya Laurentsyeva, Research Fellow am Centre for European Policy Studies (CEPS).

Die Next Frontier Debate bildet den Auftakt zur Berlin Science Week 2017 und wird von der Präsidentin der Humboldt-Universität, Frau Prof. Dr.-Ing. Dr. Sabine Kunst, eröffnet. Die Podiumsdiskussion wird von Dr. Sabine Kroner, Projektleiterin von Berlin Mondiale, moderiert. Sie wird auf Deutsch geführt und simultan ins Englische übersetzt. Im Anschluss laden wir Sie zu einem Umtrunk ein.

Aufgrund der begrenzten Platzzahl wird um Anmeldung bis 30. Oktober 2017 unter berlinscienceweek@hu-berlin.de gebeten.

Festsaal der Humboldt-Universität zu Berlin
Luisenstr. 56
10117 Berlin